Senegal

Senegal befindet sich im westlichsten Teil Afrikas, grenzt im Norden an Mauretanien, im Süden an Guinea und Guinea Bissau, im Westen an den Atlantischen Ozean sowie im Osten an Mali. Das Land gliedert sich in 11 Regionen, 34 Départements und 109 Wahlkreise.

Offizielle Sprache : Französisch
Hauptstadt : Dakar
Präsident : Abdoulaye Wade (seit 2000)
Premierminister : Cheikh Hadjibou Soumaré (seit 2007)
Fläche : 196.722 km2
Bevölkerung : 11,987,121 Einwohner (2006)
Bevölkerungsdichte : 59.26 Einw./ km2

Religionen : 94% Moslems, 1% Animisten, 5% Christen (hauptsächlich katholisch)

Ethnische Gruppen : Wolof 43.3%, Peuls 23.8%, Sérères 14.7%, Diola 3.7%, Malinkés 3%, Soninkés 1.1%, Europäer und Libanesen 1%, sonstige 9.4%

Politik

Senegal wird seit seiner Unabhängigkeit 1960 oftmals als afrikanisches Musterbeispiel in Demokratie und Guter Regierungsführung herangezogen. Léopold Sédar Senghor, Politiker, aber auch Poet, war der erste Präsident. 1981 überlässt Präsident Senghor dem damaligen Premierminister Abdou Diouf die Staatsführung. Im Jahre 2000 gelang es der Hauptfigur der Opposition, Abdoulaye Wade nach demokratischen Wahlen, das Präsidentenamt zu übernehmen.

Die senegalesische Verfassung folgte dem französischen Beispiel, indem sie ein Präsidialsystem nach gaullistischem Vorbild einführte. Den Regierungsvorsitz hält der Premierminister, welcher vom Präsidenten, dem Staatschef, ernannt wird. Dieser ernennt auch die Minister des Kabinetts, die ihm vom Premierminister vorgeschlagen werden. Der Präsident wird in allgemeiner, direkter, freier Wahl auf eine Zeit von fünf Jahren (ab 2007) gewählt und kann einmal wieder gewählt werden.

Die parlamentarische Kontrolle wurde bis Januar 2007 durch eine einzige Kammer, der Assemblée Nationale, ausgeübt, welcher 150 Abgeordnete angehören. Die Wiedereinführung einer zweiten Kammer, dem Senat, wurde durch das Parlament am 31. Januar 2007 beschlossen und konstituierte sich im September 2007. Der Senat umfasst 100 Mitglieder, von denen 65 durch den Präsidenten ernannt wurden. Die Parlamentarier werden durch das Volk durch direkte Parlamentswahlen auf fünf Jahre gewählt. Bemerkenswert ist, dass die Assemblée Nationale im Juni 2006 per Gesetz die beiden Wahlen, Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, für 2007 koppelte und eigenmächtig ihr Mandat verlängerte. Nachdem das Dekret des Präsidenten, das die Sitzverteilung der Abgeordneten nach Départements regelte, durch den Conseil d´Etat abgelehnt wurde, mußten die Parlamentswahlen wiederum auf Anfang Juni 2007 verschoben und entkoppelt werden.

Senegal durchlief im Jahr 2001 per Referendum eine Verfassungsreform, die dem Premierminister allerdings nur geringfügig mehr Macht einräumt.

Die Sitzverteilung der Assemblée Nationale seit Juni 2007 :

  • Coalition SOPI: 131
  • Andere: 19

Seit seiner Unabhängigkeit zeichnete sich Senegal durch relative Stabilität seiner Regierungen aus. Nichtsdestotrotz gab es seit 1982 Konfrontationen zwischen Separatisten in der südlichen Casamance und Regierungstruppen. Waffenstillstandsabkommen sind bis heute ohne Erfolg geblieben. Das letzte Abkommen wurde am 30. Dezember 2004 in Foundiougne von Innenminister Ousmane Ngom und Abbé Augustin Diamacoune Senghor, dem inzwischen verstorbenem Rebellenchef der MFDC (Mouvement des Forces Démocratiques de Casamance), unterzeichnet.

Wirtschaft

Die Wirtschaft Senegals nimmt innerhalb Westafrikas einen bedeutenden Platz ein. Sie ist hauptsächlich Richtung Europa und Indien gerichtet, allerdings lässt sich ein stetiges Wachstum der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und Senegal vermerken, seitdem diese beiden Länder ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufnahmen.

Da Senegal arm an natürlichen Rohstoffen ist, bestehen seine Haupteinnahmequellen aus Fischerei als wichtigste Devisenquelle, Phosphaten und Tourismus. Aufgrund seiner geographischen Lage sowie seiner politischen Stabilität, profitiert Senegal von der Niederlassung multinationaler Unternehmen, vor allem aus Frankreich, in geringerem Maße aus den USA.

Der Landwirtschaftssektor beschäftigt ca. 70% der senegalesischen Bevölkerung. Dieser ist aber sehr empfindlich hinsichtlich klimatischen Veränderungen und Ereignissen wie Heuschreckeninvasionen.

Senegal ist Mitglied in der Union Economique et Monétaire Ouest Africaine (UEMOA), der Communauté Economique des Etats de l’Afrique de l’Ouest (CEDEAO – engl.: ECOWAS) sowie der OHADA (Organisation pour l’Harmonisation en Afrique du Droit des Affaires).

Wirtschaftliche Indikatoren :
BIP pro Einw. 2005 : 710 US Dollars
BIP-Wachstum 2005 : +5,1%
BIP-Wachstum 2006 : +5,1%
Anteil am BIP nach Sektoren (2005) :
Landwirtschaft : 17%
Industrie : 19,7%
Service : 63,3%

Soziale Indikatoren :
HDI (Human Development Index): 157 von 177 Ländern Sterberate (< 5 Jahre/1000) 136,6 (2004) Alphabetisierungsrate (> 15 Jahre) : 39,3% (2004) Internetnutzer (auf 1000) 42,3 (2004)

(Quellen: UEMOA, CIA World Fact Book, UNDP, Weltbank)